Mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland offline (www.tagesschau.de)
from diesisteinusername@feddit.de to dach@feddit.de on 09 Apr 2024 10:10
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#dach

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Ekybio@lemmy.world on 09 Apr 2024 11:57 next collapse

Was ich daraus lese:

Die digitale Vernetzung ist noch nicht Teil des Alltags vieler Menschen geworden und das sollte dringend geändert werden. Mich überrascht es jedenfalls nicht, das wir noch so viel mit Papier hantieren wenn ich sowas lese.

Das Ganze klingt sehr nach einem dringenden Apell die Digitalisierung weiter voranzubringrn und Menschen den Umgang mit dem Ijternet beizubringen. Und nicht weiter an staubigen Papierakten festzuhalten “weil das schon immer so war.”

h3ndrik@feddit.de on 09 Apr 2024 12:10 collapse

Wobei ich das auch asozial finde jedem eine App für jeden Pups aufzudrängen und einen separaten Login und Postfach für jedes Bankkonto, Versicherung, Krankenversicherung und Strom-, Gas-, Internetvertrag und man alle paar Tage eine Mail bekommt dass irgendwo ein Dokument in irgendeinem Postfach abgerufen werden muss. Mit einem Briefkasten war das mal einfacher. Und ich wundere mich z.B. wie alte Menschen am Leben teilnehmen. Oder Leute ohne Datenkraken ihre Freizeitbeschäftigungen buchen.

You@feddit.de on 09 Apr 2024 14:20 collapse

Hm. Ich tue mich schwer mit dieser Umfrage, dem Ergebnis und was man tatsächlich daraus ableiten kann.

Offline definiert die Studie als Menschen, die noch nie das Internet genutzt haben. Da ist man also raus, wenn man mit dem Enkel im Australien-Austausch mal zu Weihnachten über den PC der Kinder geskyped hat. Oder wenn die Kinder den Eltern mal am Tablett Fotos aus der Cloud gezeigt haben.

Das sagt aber absolut gar nichts darüber aus, ob Leute tatsächlich einen eigenen und ungehinderten Zugang zum Internet haben. Sei es über Smartphone, Tablet, Laptop oder Desktop. Und wie die eigentliche Medienkompetenz aussieht, wird daraus auch nicht ersichtlich. Da hantieren Oma und Opa durchaus mal mit dem ausrangierten Smartphone der Kinder und empfangen und schreiben Nachrichten und schicken Fotos über das vorher eingerichtete WhatsApp oder telefonieren auch damit, können selbst aber nicht zuverlässig Kontakte hinzufügen oder sind mit einer eigenständigen Googlesuche überfordert. Und von den überall aufgedrängten Apps für Onlinebanking, Versicherungen etc. fange ich besser gar nicht an, wenn Vati oder Mutti nicht das eigene web.de oder gmx-Konto öffnen (können/wollen). Und ich bin mir nicht sicher, wie die Leute mit der ganzen Sache umgehen, die unabhängig vom Alter z.B. funktionellen Analphabetismus haben. Ich sehe hier durchaus die Gefahr, dass Menschen, die eh schon durch ihre Lebensumstände benachteiligt sind, hier durch diese technischen und wirtschaftlich bedingten Entwicklung weiter ins Abseits gedrängt werden und das durchaus extrem negative Folgen haben kann.

Abgesehen davon, wie sieht die andere Seite der Frage aus? Ist den Leuten definiert worden, was unter “das Internet” fällt? Theoretisch fallen da auch VoIP-Telefonate drunter, automatische Datenspeicherung von Fotos in einer Cloud oder eben eine ganze Menge anderer Dinge, die die Leute nicht als traditionelle Internetnutzung auf dem Schirm haben.

Und an dieser Stelle (nachdem ich mir diese Gedanken gemacht habe), gehe ich mal auf die destatis-Seite und schaue kurz drüber…

Über die verlinkte Seite stand dort:

Die Ergebnisse basieren auf der Erhebung zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in privaten Haushalten. Ab dem Erhebungsjahr 2021 ist diese Erhebung in Deutschland als Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert.

Dazu steht dann etwas von (grob zusammengefasst) privater Internetnutzung zu drei Themengebieten: Teilnahme an sozialen Netzwerken zur privaten Kommunikation / Suche nach Waren- oder Dienstleistungen (“Einkäufe”) / Onlinebanking/Internetbanking.

Tja. Sind dann Temu, Banken, Facebook und WhatsApp die entscheidenden Faktoren zur Internetnutzung?