Menschenrechtsverletzung auf hoher See: China bedroht traditionelle Fischerei (taz.de)
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Illegaler Fischfang, Ausbeutung der Crew und die Bedrohung der traditionellen Fischerei in Ostafrika: Die NGO Environmental Justice Foundation (EJF) berichtet über Raubzüge der chinesischen Hochseeflotte im südwestlichen Indischen Ozean. Seit 2020 hat EJF dafür umfassende Untersuchungen durchgeführt und dabei unter anderem Daten der Schiffe ausgewertet.

Im Rahmen der „Belt and Road Initiative“ (BRI), besser bekannt als „Neue Seidenstraße“, habe China massiv in die Fischerei im südwestlichen Indischen Ozean investiert. Laut der EJF-Studie kommen dabei Chinas Investitionen den lokalen Fischergemeinden keineswegs zugute. Sie würden der traditionellen Fischerei dieser Länder schaden, da illegale Fischerei und das Töten von Meerestieren zugenommen haben und das Ökosystem des Meeres bedrohen, so die NGO.

Für den Bericht hat EJF auch Crewmitglieder auf den chinesischen Schiffen befragt. Die Ar­bei­te­r:in­nen der Thunfischflotte berichteten alle, dass „sie in irgendeiner Form Menschenrechtsverletzungen erfahren und/oder illegalen Fischfang gesehen haben“. Über 80 Prozent der übrigen Flotte berichten von körperlichen Misshandlungen. 50 beziehungsweise 80 Prozent der Mitglieder der verschiedenen Flottenarten berichten vom „absichtlichen Fang und/oder der Verstümmlung von gefährdeten Meerestieren“.

EJF-Geschäftsführer Steve Trent fordert daher mehr Transparenz in der globalen Fischerei. Außerdem werfe der Bericht die Frage auf, ob dieser Missbrauch auf Anweisung aus Peking geschehe oder die chinesische Regierung ihrer Verantwortung nicht nachkomme. „Die Beweislage ist so eindeutig, dass entweder das eine oder das andere zutreffen muss“, so Trent.

#dach

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