Unsicherheit von Prognosen: Da hilft nur noch Gelassenheit (www.taz.de)
from muelltonne@feddit.de to dach@feddit.de on 04 Feb 2024 21:10
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#dach

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taladar@feddit.de on 05 Feb 2024 11:10 next collapse

Für 2024 liegt die Spanne aktuell zwischen einem Plus von 0,9 Prozent und einem Minus von 0,5 Prozent. Das entspricht immerhin einem Unterschied von fast 60 Milliarden Euro, wenn man diese Prognosen auf das Volkseinkommen hochrechnet.

Das mag ja sein dass das in absolute Zahlen für uns als Individuen die mit individuellen Budgets rechnen nach viel klingt aber ein Prognose von ±0,7 Prozent finde ich jetzt gar nicht so ungenau. Nur weil die Zahlen absolut gesehen groß sind wird ja nicht auf einmal das schätzen magisch einfacher.

0x815@feddit.de on 05 Feb 2024 11:59 collapse

Ich empfehle regelmässig Oskar Morgensterns “On the accuracy of economic observations”. Veröffentlicht 1965, aber hoch aktuell, man kann viel lernen. U.a. versteht man dann, warum Kommentare zu Abweichungen von Zehntelprozent-Punkten bei ökonomischen Indikatoren recht sinnlos sind, weil das weit innerhalb des Unsicherheitsspielraums statistischer Beobachtungen liegt.

Solche Prognosen sind zwar sinnvoll, weil sie beispielsweise helfen, Szenarien zu planen und Handlungsoptionen zu entwickeln. Aber man darf nicht glauben, dass irgendeine Vorhersage tatsächlich so eintritt wie vorhergesagt.